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Wärmepumpen Dimensionierung
Im Anhang Texte (Auszüge) und Links zu Ihrem Thema, viel Erfolg!! Gruss J.Kernen
http://www.heatpumpcentre.org/
Wärmepumpen - Planung, Bau und Betrieb von Elektrowärmepumpen
Die Wärmepumpen-Technik, die Elektro-Thermo-Verstärkung und die Bilanzgrenzen werden erläutert. Planungshinweise und Auslegungen von Anlagen mit Standartschaltungen sind angegeben. Die Notwendigkeit eines technischen Speichers für einen optimalen Betrieb einer Wärmepumpen-Anlage wird begründet und berechnet. Mit einem Fallbeispiel wird eine Anlage dimensioniert und einer Wirtschaftlichkeitsberechnung unterzogen. Wertvolle Hinweise betreffend Bewilligung, Wärmequellen, und Schallschutz helfen dem Planer bei der Arbeit.
Hrsg. Bundesamt für Konjukturfragen (RAVEL) 1993
64 Seiten Fr. 16.30
Verfahren zur energetisch optimalen Auslegung von Wärmepumpen in Heizanlagen, HLH 31 (1980) Nr. 7 (F)
http://www.bayern.de/EnergiezukunftBayern/ WÄRMEPUMPEN
Eine Wärmepumpe transformiert bereits vorhandene Wärme in einem thermodynamischen Kreislauf auf ein höheres, nutzbares Wärmeniveau. Die vorhandene Wärme kann aus unterschiedlichen Quellen genutzt werden. Die Atmosphäre, Massiv-Absorber und auch die oberflächennahen Bodenschichten werden durch eingestrahlte Sonnenenergie erwärmt und können als Wärmequelle zur Verfügung stehen. Die Nutzung der Wärme tieferer Schichten beruht auf dem Zerfall radioaktiver Elemente im Erdinneren und ist dem Bereich der Geothermie zuzuordnen. Die genutzte Wärme aus dem Grundwasser beruht sowohl auf der Sonnenenergie als auch auf der Erdwärme. Weiterhin ist die Nutzung von Abwärme aus gewerblichen/industriellen Produktionsprozessen möglich. Für diese Transformation ist Fremdenergie erforderlich, jedoch ist der Wirkungsgrad der eingesetzten Fremdenergie dadurch besonders hoch, daß die vorhandene Wärme aus der genutzten Wärmequelle kostenlos zur Verfügung steht.
FUNKTIONSPRINZIP
Das Prinzip der Wärmepumpe entspricht dem Prinzip eines Kühlschrankes, an dessen Rückseite ebenfalls Wärme produziert wird. Der Kühlschrank kühlt einen kleinen, begrenzten Luftraum und erwärmt gleichzeitig einen aus Sicht des Kühlschrankes unendlichen Luftraum. Die Wärmepumpe kühlt umgekehrt nicht gezielt einen kleinen Luftraum, sondern eine aus Sicht einer Wärmepumpe unerschöpfliche Wärmequelle, die von der Kühlung durch die Wärmepumpe nicht beeinflußt wird (entsprechende Auslegung bei Erdsonden erforderlich), während sie gleichzeitig einen kleinen, begrenzten Luftraum erwärmt. Der Kreislauf einer typischen Wärmepumpe (Kompressionswärmepumpe mit Elektro-, Gas- oder Dieselantrieb) besteht aus Verdampfung, Verdichtung, Kondensation und Expansion eines Kältemittels. Dieses befindet sich im Verdampfer zunächst im flüssigen Zustand, wobei die Temperatur der umgebenden Wärmequelle höher ist als der Siedepunkt des Kältemittels. Dadurch bedingt findet eine Wärmeübertragung von der Wärmequelle auf das Kältemittel statt, wodurch dieses genügend Energie erhält, um zu verdampfen. Der Verdichter saugt den Kältemitteldampf kontinuierlich an, welcher beim Verdichten auf ein mehrfaches verdichtet und dabei erhitzt wird. Er gibt die Wärme im Kondensator an den Wärmenutzer ab (z.B. Rücklauf der Heizung), wobei die Temperatur des Wärmenutzers unter der Verflüssigungstemperatur des Kältemitteldampfes liegt. Das nunmehr wieder flüssige Kältemittel verliert durch ein Expansionsventil soviel Druck und Temperatur, daß das Niveau wieder unter die Temperatur der Wärmequelle sinkt, so daß im Verdampfer wiederum Wärme aus der Wärmequelle aufgenommen werden kann. Bei der Absorptionswärmepumpe macht man sich in Abweichung davon den Effekt zunutze, daß bei der Absorption eines Kältemittels in einem Lösungsmittel Absorptionswärme frei wird, so daß auf die Erwärmung durch Verdichtung verzichtet werden kann. Eine Absorptionswärmepumpe kann durch verschiedene eingesetzte Kältemittel als ein- oder zweistufiges Verfahren ausgelegt werden mit der Option, Wärme auf verschiedenen Temperaturniveaus zur Verfügung zu stellen. Absorptionswärmepumpen sind für den privaten Gebrauch (EFH) noch nicht geeignet.
KENNWERTE
Die Maßzahl für den Wirkungsgrad einer Wärmepumpe ist die Jahresarbeitszahl b (Verhältnis von abgegebener Wärmemenge (Heizwärme) zur zugeführten Energie (Antriebsenergie)):
b = QWP / Wel
In der Praxis werden Werte von 2 bis 4 erreicht. Eine neu zu installierende Wärmepumpe sollte heute eine Jahresarbeitszahl >3 erreichen.
Die Leistungszahl e definiert das momentane Verhältnis von Heizleistung zu Verdichterleistung, wobei die Verdichterleistung in der Heizleistung enthalten ist, da auch sie einen Beitrag zur Wärmeerzeugung bringt. Da die Wärmepumpe weitgehend einem Carnot-Prozeß entspricht, kann die Leistungszahl e CP (idealisiert) auch durch die Temperaturdifferenz zwischen Wärmequelle TQ (°K) und Wärmenutzer TN (°K) dargestellt werden:
e CP = TN/(TN - TQ)
Aufgrund elektrischer, mechanischer und thermischer Verluste ist erfahrungsgemäß ein Wirkungsgrad von ca. 50 % anzusetzen um von e CP zur tatsächlichen Leistungszahl e zu gelangen. Es wird deutlich, daß bei sinkender Temperaturdifferenz zwischen Wärmenutzer und Wärmequelle die Leistungszahl steigt. Dies bedeutet einerseits, daß die Wärmequelle mit dem höchsten Temperaturniveau gewählt werden sollte (Grundwasser > Erdreich > Atmosphäre), und andererseits die Wärmenutzung (Heizkreisvorlauftemperatur) so niedrig wie möglich gewählt werden sollte. Gelegentlich wird auch ein Primärenergiefaktor berechnet, indem die Jahresarbeitszahl auf den Wirkungsgrad der eingesetzten Fremdenergieerzeugung bezogen wird. So ergäbe sich für eine Elektrowärmepumpe, die mit Strom aus einem Kraftwerk mit 40 % Wirkungsgrad versorgt würde, bereits bei einer Jahresarbeitszahl von 3 ein Primärenergiefaktor von 1,2.
WÄRMEPUMPENANLAGEN
Entscheidend für den erfolgreichen Einsatz einer Wärmepumpe ist die genaue Abstimmung zwischen Wärmequelle, Wärmepumpe und Wärmenutzung (-verteilung). Die Wärmepumpe ist somit nur einer von mehreren Bestandteilen eines gesamten Wärmesystems. Wärmepumpen können sowohl monovalent (ausreichende Heizleistung auch ohne Zusatzheizung) als auch bivalent (Zusatzheizung erforderlich) betrieben werden. Bei Einsatz von Kältemitteln, die bereits bei Temperaturen unter 5 °C verdampfen, kann auch eine Wärmequelle von ca. 10 °C genutzt werden, um einen Wärmenutzer auf über 50 °C zu erwärmen. Die Temperatur- und Druckbereiche innerhalb derer die Wärmepumpe arbeitet sind sehr stark vom gewählten Kältemittel sowie den Temperaturniveaus von Wärmequelle und Wärmenutzer abhängig. Typischerweise wird das Kältemittel im Verdampfer von wenigen Minusgraden um ca. 5 °C erwärmt und im Verdichter von wenigen bar Druck auf über 13 bar verdichtet, womit eine Erwärmung um ca. 60-70 °C verbunden ist. Im Kondensator findet bei konstantem Druck eine Abkühlung um ca. 20-30 °C statt und durch die Expansion eine Abkühlung auf das ursprüngliche Temperaturniveau und eine Entspannung auf den ursprünglichen Druck.
Eine Wärmepumpe arbeitet besonders dann mit einer hohen Leistungszahl (s.o.), wenn das Wärmeniveau der Wärmequelle nur wenig unter dem gewünschten Nutzwärmeniveau (Vorlauftemperatur Heizung) liegt. Um aus der hohen Leistungszahl auch energetische Vorteile ziehen zu können, ist eine Regelung der Wärmepumpe erforderlich, da eine geringere Verdichtung erforderlich wird, um die Temperaturdifferenz zwischen Quelle und Nutzer zu überschreiten. Diese muß in Abhängigkeit der beiden Temperaturniveaus gesteuert werden. Hinsichtlich Verschleiß des Verdichters und Effizienz der Wärmepumpe ist hierfür eine Frequenzumformer-Steuerung wesentlich günstiger zu beurteilen als eine Ein/Aus-Steuerung der Wärmepumpe. Bei einer Drehzahl-Regulierung kann außerdem eine Pufferspeicherung bzw. ein Mischer entfallen. Günstig sind deshalb Vorlauftemperaturen unter 50 °C, die zum Teil nur in Neubauten realisiert werden können. Eine flächige Heizung ist aufgrund des höheren Anteils an Strahlungswärme gegenüber Konvektionswärme positiv zu beurteilen, neben der Fußbodenheizung kann dies auch eine Wandheizung sein. Die Warmwasserbereitung wird häufig nicht durch die Wärmepumpe geleistet, da die Vorlauftemperaturen deutlich höher liegen als die Heizungsvorlauftemperaturen. Hier können z.B. Sonnenkollektoren mit Pufferspeicher eingesetzt werden. Zu beachten ist, daß mit der Installation einer Wärmepumpe im Kellerbereich in aller Regel Mauerdurchführungen durch die Kelleraußenwände verbunden sind. Insbesondere bei als "Wanne" errichteten und abgedichteten Kellern ist hier größtmögliche Sorgfalt erforderlich. Bei Elektrowärmepumpen ist daran zu denken, daß bei dem zuständigen Energieversorger die Genehmigung zum Betrieb einer Wärmepumpe eingeholt werden muß. Die meisten Energieversorger bieten Sondertarife für den Betrieb einer Wärmepumpe an.
WÄRMEQUELLEN
Die bei Neuanlagen heute am häufigsten genutzte Wärmequelle dürfte das Erdreich darstellen. Es kann oberflächennah in 1,00-2,00 m genutzt werden durch horizontale Verlegung der Wärmetauscherrohre oder durch das Einbringen vertikaler Erdsonden bis ca. 100 m Tiefe. Als weitere Wärmequelle steht die Umgebungswärme der Atmosphäre zur Verfügung, die direkt über Wärmetauscher oder vorzugsweise über Massiv-Absorber genutzt wird. Die Wärmequelle mit dem höchsten Temperaturniveau ist das Grundwasser, nur in Einzelfällen wird die Nutzung von Abwärme aus gewerblichen Bereichen möglich sein. Das Erdreich wird bis ca. 0,30-0,70 m Tiefe durch Tagesschwankungen der Lufttemperatur beeinflußt und bis ca. 10-20 m durch Jahresschwankungen der Lufttemperatur. Ohne diese Beeinflussungen würde das Erdreich die Jahresmitteltemperatur des jeweiligen Standortes aufweisen und mit zunehmender Tiefe einen Temperaturanstieg von ca. 3 °C pro 100 m Tiefe zeigen. Die Stärke der Beeinflussung ist abhängig von der Wärmekapazität und Wärmeleitfähigkeit des Standortes bzw. von der Boden- oder Gesteinsart, der Feuchte, der Homogenität und der Exposition (Höhenlage, Neigung, Himmelsrichtung etc.).
Die Nutzung der Wärme des Erdreiches erfolgt mittels Erdsonden. Erdsonden werden in der Regel bis zu 100 m Tiefe installiert, am häufigsten zwischen 40 m und 50 m. Als Material wird meist HDPE (High Density Polyethylen) verwendet, als Kreislaufflüssigkeit oft Wasser mit Frostschutzmittel (Sole). Bei der Verwendung von Stahlrohren ist die Anfälligkeit für Korrosion zu beachten, die die Lebensdauer der Anlage einschränken kann. Das Bohrloch wird mit plastischen Stoffen (Tone oder Tongemische) verfüllt, um den Kontakt zwischen Sonde und Erdreich sicherzustellen und die verschiedenen Tiefenhorizonte bzw. Grundwasserleiter des Erdreiches gegeneinander abzudichten. Die Genehmigung für Erdsonden ist bis zu einer Tiefe von 100 m beim Wasserwirtschaftsamt, ab 100 m beim Bergamt einzuholen. In Wasserschutzzonen (I und II) ist das Einbringen von Erdsonden untersagt. Die Wärmeentzugsleistung ist abhängig von der Wärmeleitfähigkeit des Gesteins/Bodens sowie des plastischen Verfüllmaterials, Erdsondengeometrie, Temperaturgradient etc.. Die Wärmeleitfähigkeit kann von 0,3 W/m*K bei trockenem Sand bis über 2,0 W/m*K bei nassem Lehm und bis über 5 W/m*K bei gesättigtem Sand schwanken, die Wärmekapazität entsprechend von 1,3*106*W*s/(m3*K) bei trockenem Sand bis über 3,0*106*W*s/(m3*K) bei nassem Lehm.
Es ist mit durchschnittlichen Wärmeentzugsleistungen von 60-90 W/m Sondenlänge bei Erdwärmesonden zu rechnen. Bei horizontalen Erdrohren ist eine Leistung von 10-40 W/m2 zu veranschlagen. Die horizontalen Rohre werden in einer Tiefe von 1,30-2,00 m und in einem Abstand von ca. 0,50 m verlegt. Die benötigte Wärmequellenfläche FQ ergibt sich aus der zu beheizenden Nutzfläche FN, dem spezifischen Wärmebedarf der Nutzfläche QN in W/m2, der spezifischen Wärmeentzugsleistung der Wärmequelle QQ in W/m2 sowie der Leistungszahl der Wärmepumpe e wie folgt:
FQ = FN*QN*(e -1)/(QQ*e )
Die benötigte Fläche liegt in der Regel bei dem 1-2 fachen der zu beheizenden Nutzfläche. Der Wärmebedarf der Nutzfläche schwankt in der Regel zwischen 30 W/m2 bei einem Niedrigenergiehaus und 80 W/m2 bei einem Altbau mit seinerzeitiger Wärmedämmung.
Die Nutzung des Grundwassers erfolgt meist über einen Förderbrunnen und einen Schluckbrunnen. Aufgrund eventueller Schwankungen der Wasserqualität und damit einhergehender Störungen an Brunnen oder Wärmepumpenanlage sowie der Abhängigkeit von jahrzehntelang kontinuierlich ausreichender Wassermenge ist die Grundwasser-Wärmepumpe nicht unproblematisch. Die Nutzung von Grundwasser als Wärmequelle ist generell genehmigungspflichtig. Massiv-Absorber können sowohl die Wärme der umgebenden Atmosphäre als auch direkter Sonneneinstrahlung aufnehmen und speichern. Der Einsatz von Massiv-Absorbern aus Beton hat den Vorteil einer möglichen Doppelnutzung (konstruktiv z.B. Garage, Stützmauer, Balkon, Fassade sowie energetisch) und ist auch für monovalenten Betrieb ausreichend. Beton weist eine Wärmekapazität von ca. 2.400 kJ/m3K auf. Als besonders vorteilhaft hat sich die Bauform eines Massiv-Absorbers mit luftgekoppeltem und erdgekoppeltem Anteil erwiesen. Der luftgekoppelte Anteil ist zu schneller Regeneration (Wiederaufnahme von Wärmeenergie aus der Umgebung) fähig, der erdgekoppelte Anteil wirkt vergleichmäßigend auf die Soletemperatur. Massiv-Absorber sind relativ genau vorab kalkulierbar und können Jahresarbeitszahlen >3 erreichen.
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KÄLTEMITTEL
Die Auswahl eines Kältemittels für den Kreislauf innerhalb der Wärmepumpe wird von mehreren Faktoren bestimmt. Einerseits dürfen aus Umweltschutzgründen FCKW nicht mehr eingesetzt werden, andererseits werden Mittel gesucht, die bezüglich Siede- und Kondensationsverhalten den Anforderungen entsprechen sowie möglichst nicht brennbar sein sollen. Als Kältemittel werden derzeit teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe oder -gemische eingesetzt, wie R134a, R404A, 407A/B/C oder R410A, außerdem in zunehmendem Maße Propan (R290, brennbar), Propen (R1270, brennbar), Propan-Butan-Gemische (brennbar), Ammoniak (R717, brennbar) oder Kohlendioxid (R744, nicht brennbar, hohe volumetrische Kälteleistung, geringer Preis).
ANWENDUNGSBEREICHE
Der Einsatz von Wärmepumpen konzentriert sich fast ausschließlich auf die Beheizung von Gebäuden. Die Warmwasserbereitung erfordert erheblich höhere Vorlauftemperaturen, wodurch die Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpenanlage deutlich sinkt. Zunehmender Beliebtheit vor allem in Nordamerika erfreut sich die Integration der Raumkühlung in das erdsondengebundene Wärmepumpensystem durch Umkehrung des Kältemittelkreislaufes oder unmittelbare Zuführung des Kältemittels in eine spezielle Kühldecke. Dies wird bei großen Wärmeentzügen im Winter erforderlich, um im Sommer Umgebungswärme im Erdreich zu speichern bzw. das Wärmereservoir wieder aufzufüllen. Eine spezielle Anwendung erfährt die Wärmepumpentechnik - häufig in Kombination mit der Solarwärmenutzung - zur Beseitigung von vereisten Verkehrsflächen (z.B. Autobahnbrücken) oder Nutzflächen (z.B. Sportanlagen).
AKTUELLE ENTWICKLUNGEN
Im Bereich der Wärmepumpen wird an verschiedenen Entwicklungsrichtungen gearbeitet, zu denen auch die Erweiterung der Einsatzspektren von Wärmepumpen gehört. Eine Entwicklung zielt auf Verbesserungen der Erdwärmesondenleistung durch die sogenannte "Regenschirmsonde". Die Sonde weist ein zentrales Rücklaufrohr sowie 8 radial um das Zentralrohr herum angeordnete Vorlaufrohre auf. Die Wärmeentzugsleistung kann durch diese Anordnung um ca. 30 % gesteigert werden. Die Sondenkosten sind demgegenüber nur um ca. 10 % erhöht. Eine Möglichkeit die Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen zu steigern, könnte die Direktverdampfung in Erdwärmesonden darstellen. Hierzu sind jedoch noch umfangreiche (weil langfristige) Arbeiten erforderlich. Durch exakte Dimensionierung von Erdsonden auf eine Nichtunterschreitung der Quellentemperatur von 5 °C läßt sich nicht nur die Jahresarbeitszahl erhöhen, sondern auch ein Kreislauf ohne Frostschutzmittel mit reinem Wasser realisieren, was die Umweltverträglichkeit fördert. Hierzu wird an den erforderlichen Planungsdaten gearbeitet.
Zunehmend werden Wärmepumpen in Kombination mit Lüftungssystemen in Niedrigenergiehäusern eingesetzt, wobei der Abluft über eine Wärmerückgewinnung fast die gesamte Wärmeenergie zur Erwärmung der Frischluft entzogen wird. Für den Heizbedarf von Niedrigenergiehäusern werden Wärmepumpen im Leistungsbereich <4 kW konzipiert, die gerade bei dieser Leistungsklasse wirtschaftliche Vorteile aufweisen bzw. allein zur Verfügung stehen. Für das Einbringen von Erdwärmesonden wird in den Niederlanden ein System entwickelt, bei dem an Stelle des Bohrens die Sonden in den Boden gedrückt werden. Dies ist nur bei vergleichsweise weichen und plastischen Böden möglich, die erreichbare Tiefe liegt unter 50 m. Die Kosten sollen deutlich geringer sein als beim Bohren.
Die Nutzung von Erdwärmesonden-Speichern als Hochtemperaturspeicher (40-70 °C) wird derzeit untersucht. Erste Ergebnisse lassen einen Speichernutzungsgrad von 50-70 % erwarten. Hochtemperatur-Erdspeicher lassen sich bis zu einem bestimmten Temperaturniveau auch ohne Wärmepumpe für den Niedertemperaturbereich einsetzen, was die Energiebilanz des Systems und z.T. auch die Wirtschaftlichkeit verbessert. Als Wärmequelle zur Beladung können Solarsysteme dienen, oder Abwärme aus industriellen Prozessen (z.B. BHKW-Betrieb). Hochtemperaturspeicher sollten ein Volumen von 10.000 m3 nicht unterschreiten. Besonders geeignet zur Wärmespeicherung sind Aquifere (wasserführende Schichten). Pfahlgründungen können als "Energiepfähle" durch gleichzeitiges Einbringen von Rohren in die Bewehrungskörbe genutzt werden. Die Betongründungspfähle können als Tauscherflächen sowohl für die Heizung als auch die Kühlung dienen. Die Pfähle können in Ortbeton oder als Fertigteil ausgeführt werden, neben Bohr- oder Rammpfählen kommen auch Hohlpfähle zum Einsatz sowie Stahlrohrpfähle. Erste Systeme dieser Art sind bereits installiert.
Über den Fortgang dieser und weiterer Entwicklungen - soweit verfügbar - halten wir Sie in unseren aktuellen Meldungen auf dem neuesten Stand.
WÄRMEPUMPEN-NEWS
Sie finden hier aktuelle News der letzten Wochen zum Thema Wärmepumpen aus unseren Tagesmeldungen. Die Top-News zu allen Themenbereichen der Regenerativen Energie erreichen Sie auf der Startseite. Ältere Meldungen (2 Wochen) sind für alle Themenbereiche im Archiv abgelegt.
30.11.1999 / Nr. 3
Österreich hat neues Prüfzentrum für Wärmepumpen
In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Graz ist in Österreich ein neues Prüfzentrum für Wärmepumpen in Betrieb genommen worden. Erstmalig kann in den Prüfstand die gesamte Anlage (Wärmepumpe, Erdkollektor mit Leitungen) eingebracht werden, wobei das Erdreich durch ein Wasser-/Frostschutz-Gemisch simuliert wird. Aufgrund der schnell zu ermittelnden Kennwerte kann eine Wärmepumpe mit dem "Gütezeichen für Wärmepumpen" ausgezeichnet werden, das im gesamten deutschsprachigen Raum Gültigkeit besitzt.
29.10.1999 / Nr. 2
USA-China-Kooperation bringt Auftrag für Wärmepumpenhersteller
Die USA und China haben Anfang des Jahres ein Kooperationsabkommen über Energie und Umwelt abgeschlossen (s.a. Meldung 16.04.1999 / Nr. 1). Im Rahmen dieser Kooperation hat nun der amerikanische Wärmepumpenhersteller Trane Corporation den Auftrag für ein Demonstrationsprojekt in Shanghai erhalten. Es handelt sich hierbei schon um das dritte Demonstrationsprojekt zur Nutzung der Erdwärme, einer Technologie, die in den USA weit entwickelt und verbreitet ist und die in China bei einem riesigen bestehenden Potential aufgebaut werden soll. (bid)
04.10.1999 / Nr. 2
Neue amerikanische Prüfnorm für Kühlmittel
Der amerikanische Verband der Heizungs-, Kühl- und Klimaanlageningenieure ASHRAE (American Society of Heating, Refrigerating and Air-Conditioning Engineers) hat eine Prüfnorm 97-1999 "Versiegelte-Glaskolben-Methode zur Prüfung der chemischen Stabilität von Stoffen zur Verwendung in Kühlsystemen" veröffentlicht. Die auch für den Einsatz von Kühlmitteln in Wärmepumpen relevante Norm kann kostenpflichtig bei der ASHRAE bestellt werden (Fax: 001-404 / 3215478). (bid)
25.08.1999 / Nr. 1
1998 mehr Wärmepumpen
Die Anzahl der betriebenen Wärmepumpen ist 1998 von 49.080 (1997) auf 50.365 gestiegen. Das entspricht einer Zunahme von 2,4 %.Allein im Jahr 1998 wurden davon 3.818 Wärmepumpen neu installiert. (Quelle: Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke VDEW)
24.08.1999 / Nr. 1
Steigerung der Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen
Die Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen kann nach Angaben der Brandenburgischen Energiespar-Agentur GmbH durch einen Erdsonden-Verbund gesteigert werden. Mehrere Gebäude erhalten demnach jeweils eigene Wärmepumpen, die das Sondenfeld gemeinsam nutzen und damit die Anzahl der erforderlichen Erdsonden pro einzelner Wärmepumpe reduzieren. In Brandenburg ist die Umsetzung dieses Vorhabens bereits an zwei Standorten geplant. (bid)
http://www.boxer99.de/waermepumpen.htm
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13 Dec 2004 22:35:28 |
Kernen |
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